Easy Handling System

Ein Handling Konzept für Personal Air Vehicle Anwendungen

Hintergrund

Im Fokus der Forschung steht ein Handling Konzept für Personal Air Vehicle (PAV) Anwendungen, speziell für Flugzeuge der Klassen CS23/Class I/II. Dabei steht vor allem die Verwendung als Individualverkehrsmittels im Vordergrund, welche die Einsatzfähigkeit unter Instrumentenflugbedingungen voraussetzt.
Die damit gewöhnlich einhergehende Erweiterung des Verantwortungsbereichs des Piloten muss jedoch gleichzeitig mit den „Ease of Use“ Anforderungen eines PAVs vereinbart werden. Dies geschieht durch die systemseitige Verlagerung des Verantwortungsbereichs und setzt voraus, dass die erhöhte Systemkomplexität dem Piloten auch bei Ausfällen verborgen bleibt - es also keine funktionellen Degradationen gibt, die trainiert werden müssen.

In sogenannten Easy Handling Control Qualities (EHQ) wurden die Anforderungen an ein solches Easy Handling Control System (EHS) definiert.

Zentrale Eigenschaft eines solchen Systems ist die Fähigkeit das Flugzeug in allen Flugphasen (inkl. Notsituationen) autonom führen zu können. Die Grundlage hierfür bildet ein Routenplaner der in der Lage ist in Echtzeit auf veränderte Vorgaben zu reagieren. Die Aufgabe des Piloten reduziert sich auf die Überwachung der Flugroute und ggf. die Beeinflussung der Mission durch Routenmodifikationen.

Ein manueller Steuermodus steht dem Piloten optional zur Verfügung und wird nach vorhergehender Prüfung durch das System freigegeben. Der Pilot gibt dabei Wunschvektorvorgaben über seinen Sidestickcontroller vor. Flight Envelope Protections die im Hintergrund ausgeführt werden, verhindern ein Verlassen der Flugbereichsgrenzen. Route Envelope Protections beschränken die Position des Flugzeugs auf Positionen die die Ermittlung einer gültigen Route unter Berücksichtigung relevanter Randbedingungen (Flugsicherungsfreigaben, Wetterbedingungen, Flugzeugzustand, Topographie …) erlauben. Ein Wechsel in den autonomen Betriebsmodus kann jederzeit vom Piloten oder vom System initiiert werden.

Marco Dupper
Dipl.-Ing.

Marco Dupper

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

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